Der Weg zurück in die Leichtigkeit

Ausgangslage: Wenn alles funktioniert – aber du innerlich erschöpft bist

Als meine Klientin ins Coaching kam, war sie echt erschöpft. Äusserlich funktionierte zwar alles – Familie, Alltag, zwei kleine Kinder, Ehe. Doch innerlich sah es ganz anders aus. Abends sass sie oft da und weinte. Wegen Kleinigkeiten. Wegen allem. 

Ihre Kinder forderten sie enorm und brachten sie an ihre Grenzen. Gleichzeitig wuchs der Druck in ihrer Beziehung: kleine Dinge eskalierten, Gespräche wurden zu Streit. Ihr Körper reagierte – Bauchschmerzen, Herzrasen, das Gefühl, nie wirklich zur Ruhe zu kommen. 

Und doch gab es diesen einen Satz, der immer wieder fiel: 
„Eigentlich geht’s mir gut.“ 
Im Coaching wurde schnell klar: Dieses „eigentlich“ hatte Gewicht. 

Zentrale Blockade: Perfektionismus und der innere Druck, alles richtig zu machen

Meine Klientin lebte nach einem inneren Antreiber, den sie irgendwie kannte, aber lange nicht bewusst wahrgenommen hatte: 
„Nur wenn ich alles perfekt mache und niemals versage, werde ich akzeptiert.“

Dieser Glaubenssatz bestimmte ihren Alltag. Er zeigte sich in To-Do-Listen, die sofort abgearbeitet werden mussten. In dem Druck, allem gerecht zu werden. In dem Gefühl, nie genug zu sein. 

Selbst kleine Aufgaben wie Saugen oder Einkaufen gehen wurden plötzlich zu druckvollen Herausforderungen. Aufschieben war keine Option – zumindest nicht ohne schlechtes Gewissen. 

Der Wendepunkt im Coaching: Ein erstes klares Gespräch

Ein Wendepunkt war ein Gespräch mit ihrem Mann, welches wir gemeinsam vorbereiteten. Zum ersten Mal formulierte sie klar, was sie brauchte: Unterstützung. Konkrete Entlastung. Raum für sich. 

Erste Veränderungen: Bewusstsein schaffen und sich entlasten

Gleichzeitig begann sie, ihre Gedanken zu beobachten. Wann taucht diese innere Perfektionistin eigentlich auf? Was passiert dann? 

Sie erkannte: 
Nicht die Situationen waren das Problem – sondern ihre Bewertungen. 

Und wir entwickelten Strategien, wie sie neue Sätze zuzulassen konnte: 

  • „Ich darf es morgen machen.“  

  • „Es ist gut so, wie es ist.“  

  • „Ich muss nicht perfekt sein.“  

Innere Arbeit im Coaching: Glaubenssätze hinterfragen und neu denken

Sie setzte sich intensiv mit ihren inneren Überzeugungen auseinander. Sie stellte sich Fragen wie:

  • Ist das wirklich wahr?

  • Woher kommt dieser Gedanke?

  • Gibt es Gegenbeispiele?

Und sie fand sie.

Situationen, in denen sie nicht perfekt war – und trotzdem geliebt wurde.
Momente, in denen sie losliess – und nichts Schlimmes passierte.

Langsam entstand ein neuer innerer Satz:
„Ich muss nicht perfekt sein.“
Und noch stärker:
„Ich möchte gar nicht perfekt sein.“

Die Veränderung im Alltag: Vom Müssen zum Dürfen

Mit der Zeit veränderte sich ihre Haltung spürbar.
Sie ging ruhiger an Dinge heran.
Sie erlaubte sich, Aufgaben zu verschieben.
Sie begann, Prioritäten neu zu setzen.

Parallel dazu begann sie, ihre Glücksmomente bewusster wahrzunehmen:

  • Musik beim Putzen und laut mitsingen

  • Spaziergänge mit ihren Kindern

  • Ein Eis am Nachmittag

  • Gespräche mit Freundinnen

  • Ruhe am Abend

Sie erkannte:
Lebensfreude entsteht nicht im „perfekten Leben“, sondern in den kleinen Momenten.

Ergebnisse: Mehr Ruhe, Klarheit und Selbstannahme

Aus der völligen Überforderung wurde Schritt für Schritt Stabilität. 

Sie ist ruhiger geworden. 
Klarer in ihrer Kommunikation. 
Nachsichtiger mit sich selbst. 

Und vor allem: freier. 

Sie weiß heute: 

  • Ich darf Pausen machen.  

  • Ich darf Dinge verschieben.  

  • Ich darf unperfekt sein.  

Und vielleicht das Wichtigste: 
Ich bin nicht dafür verantwortlich, es allen recht zu machen. 

Die Reise geht weiter

Sie ist noch unterwegs. Alte Muster tauchen immer mal wieder auf. Doch heute erkennt sie sie.
Und dann sagt sie innerlich: „Stopp. Ich entscheide neu.“
Und genau darin liegt ihre neue Stärke. 

Learnings für dich: Was du aus dieser Coaching Story mitnehmen kannst

  • Perfektionismus ist kein Charakterzug, sondern oft ein gelernter Glaubenssatz

  • Nicht die Situation erzeugt Stress, sondern die Bewertung der Situation

  • Kleine Gedankenveränderungen können große Wirkung im Alltag haben

  • Selbstfürsorge beginnt mit Erlaubnis, nicht mit Leistung

  • Du musst nicht perfekt sein, um geliebt oder wertvoll zu sein

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Zwischen Anpassung und Aufbruch